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Kostenregelung

Wer zahlt was?

Bei der Ausbildung im Hörgeräteakustiker-Handwerk handelt es sich um eine duale Ausbildung. Sie wird von zwei Partnern durchgeführt; auf der einen Seite durch den Ausbildungsbetrieb und auf der anderen Seite durch den Staat (Berufsschule).

Der Ausbildungsvertrag regelt das Verhältnis zwischen dem Auszubildenden und dem Ausbilder (Betrieb). In ihm werden Rechte und Pflichten beider Vertragspartner festgelegt. Mit Abschluss des Vertrages kommt automatisch - ohne dass die Vertragsparteien hierauf unmittelbar Einfluss nehmen können - der zweite Dualpartner "ins Spiel". Durch gesetzliche Regelung wird der Auszubildende verpflichtet, während der Ausbildungszeit die staatliche Berufsschule zu besuchen.

Der Ausbildungsbetrieb ist per Gesetz verpflichtet, den Auszubildenden zum Besuch der Berufsschule anzuhalten und ihn hierfür freizustellen.

Für die Kostenregelung gilt der Grundsatz: Jeder Dualpartner trägt die Kosten für den ihm zuzurechnenden Anteil der Ausbildung.

 Kostenregelung für den Berufsschulbesuch

Der obige Grundsatz bedeutet für die Berufsschule, dass der Staat die Kosten für das Schulgebäude, die Sachausstattung der Schule und die Lehrkräfte trägt. Der Besuch einer öffentlichen staatlichen Berufsschule ist grundsätzlich für die Schüler kostenfrei.

Der Staat ist allerdings nicht zuständig für die normalen Lebenshaltungskosten der Schüler und Schülerinnen (Wohnung, Verpflegung, Kleidung u.ä.). Die Fahrkosten zur Schule werden ebenfalls nicht vom Staat übernommen. Auch in der Hörgeräteakustik wird für den Besuch der Berufsschule in Lübeck kein Schulgeld erhoben. Die Schüler müssen aber für Unterkunft und Verpflegung im Internat der Akademie selbst aufkommen.

Weil dieses aber gegenüber Schülern in anderen Berufen, die eine Berufsschule in ihrem Heimatort besuchen können, eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellt, haben sich viele Bundesländer freiwillig bereit erklärt, für die zusätzlichen Kosten der Unterkunft und Verpflegung einen Zuschuss zu zahlen. Zuschusshöhe und Antragsverfahren sind in den einzelnen Bundesländern allerdings sehr unterschiedlich geregelt. So schwankt der Zuschuss zwischen etwa 20% und 80 % der tatsächlichen Kosten. Dabei wird den Schülern immer ein Teil für so genannte "häusliche Ersparnis" angerechnet. Einige Bundesländer zahlen auch Fahrkostenzuschüsse.

Für Schüler und Schülerinnen aus Schleswig-Holstein wird der Zuschuss direkt mit dem Internat abgerechnet, so dass für diese Schüler/innen ein reduzierter Kostensatz für das Wohnen im Internat der Akademie in Rechnung gestellt wird.

Wegen der großen Unterschiede im Antragsverfahren der übrigen Länder, versucht die Landesberufsschule die Schüler und Schülerinnen vor Ort weitestgehend individuell zu beraten. Für viele Bundesländer liegen die benötigten Formulare vor und werden den Schülern am Ende eines Kurse ausgehändigt.

 Kostenregelung für die Überbetriebliche Ausbildung

Die überbetriebliche Ausbildung an der Akademie für Hörgeräte-Akustik ist in der o.g. Dualpartnerschaft eindeutig der betrieblichen Seite zuzurechnen. D.h., die Betriebe haben einen Teil ihrer Ausbildungsverpflichtung auf die Akademie übertragen. Die Begründung hierfür liegt u.a. darin, dass nicht alle Betriebe alle erforderlichen Ausbildungsinhalte vermitteln können, es aus Berufsstandssicht sinnvoll ist, spezielle Fertigkeiten einheitlich zu vermitteln und in Spezialbereichen durch Bereitstellung einer hochwertigen Ausstattung einen qualitativ hohen Ausbildungsstand sicherzustellen.

Die Kostenseite betreffend bedeutet das nun, dass der Betrieb für die überbetriebliche Ausbildung aufkommen muss. Das betrifft sowohl die Kursgebühren und Fahrkosten als auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Der Betrieb darf den Auszubildenden während der Zeit der überbetrieblichen Ausbildung allerdings mit einem Eigenanteil für "häusliche Ersparnis" bei der Verpflegung belasten. (Angemessen erscheint hier in Anlehnung an das Bundesreisekostengesetz und die entsprechenden Vorschriften des Einkommensteuerrechts ein Betrag von 20 % der Aufwendungen für Verpflegung.)

Zu diesem Abschnitt sei noch angemerkt, dass die überbetriebliche Ausbildung durch das Bundesbildungsministerium sowie teilweise von den örtlichen Handwerkskammern bezuschhusst wird und auch der Akadmie-Förderverein erhebliche Mittel in die Akademie investiert. Nur dadurch sind die üA- Kursgebühren, die die Betriebe zu zahlen haben, relativ gering.

 Kostenregelung bei Umschulungsmaßnahmen

Die Situation eines Umschülers oder einer Umschülerin unterscheidet sich von der eines "normalen" Auszubildenden u.a. dadurch, dass er oder sie nicht berufsschulpflichtig ist. Die Landesberufsschule kann diese Schüler und Schülerinnen aber auf Wunsch aufnehmen, sofern der Träger der Umschulungsmaßnahme, häufig das Arbeitsamt, die Schulkosten trägt und eine Kostenübernahmeerklärung abgibt.

Der Kostenträger erhält direkt von der Landesberufsschule eine Rechnung über den von der Schulbehörde jährlich festgesetzten Schulkostenbeitrag.

Über Unterkunft und Verpflegung erhält der Umschüler oder die Umschülerin wie alle anderen Auszubildenden auch, von der Akademie eine Rechnung. Diese kann dann zur Kostenerstattung dem Träger der Umschulungsmaßnahme vorgelegt werden.  Für die überbetriebliche Ausbildung von Umschülern und Umschülerinnen gelten die gleichen Kostenregelungen wie o.g. für Auszubildende.

 Kostenregelung für Zwischen- und Gesellenprüfungen

Die Teilnahme an den vorgeschriebenen Zwischen- und Gesellenprüfungen ist für den Auszubildenden gebührenfrei. Die Prüfungsgebühren und die Kosten für die zur Prüfung erforderlichen Arbeitsmaterialien trägt der Ausbildungsbetrieb. Der Betrieb ist allerdings in der Regel nicht verpflichtet, Fahrkosten sowie Kosten für Unterkunft und Verpflegung während der Prüfung zu übernehmen, wenn diese an einem auswärtigen Prüfungsort stattfindet; es sei denn, dieses ist durch eine entsprechende Vereinbarung im Ausbildungsvertrag vorgesehen. Weiterhin gibt es hierzu einige Ausnahmeregelungen, die im Einzelfall zu prüfen sind.