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Duale Umschulung

Wer bereits eine Berufausbildung absolviert hat, kann - sofern bestimmte Voraussetzugen erfüllt sind - mit einen Ausbildungsbetrieb einen Umschulungsvertrag abschließen. Es handelt sich dann um eine sogenannte "betriebliche Umschulung" (Duale Umschulung).

Da die Ausbildung zum/zur Hörgeräteakustiker/in sehr vielfältig ist, ein überdurchschnittlich hohes theoretisches Anspruchsniveau hat und vor allem umfangreiche praktische Erfahrung im Betrieb erfordert, ist in der Regel auch bei Umschulungen die normale Ausbildungszeit von 3 Jahren erforderlich. Bei Umschulungsverträgen, die über einen kürzeren Zeitraum abgeschlossen werden, muss sowohl von den Umschülern/innen als auch von den Betrieben ein besonderes Engagement vorausgesetzt werden. Es sollten mindestens 2,5 Jahre vereinbart werden, um auch hinreichend Praxiserfahrungen sammeln zu können.

Umschüler/innen mit Vertragslängen von weniger als 3 Jahren erhalten zugunsten der betrieblichen Ausbildungszeit in der Berufsschule nur sieben Schulblöcke. Sie werden in einer speziellen Umschülerklasse mit einem gestrafften Unterrichtskonzept zusammengefasst. Da sie in der Prüfung den gleichen Kriterien unterliegen, wie Auszubildende mit 3jähriger Ausbildung und 8 Schulblöcken sind in diesem Fall die Anforderungen an das eigenständige Lernen besonders hoch.

Die Erfahrung zeigt, dass ohne ein über das normale Maß hinausgehendes intensives Engagement das angestrebte Ausbildungsziel nur sehr schwer zu erreichen ist. Umschüler/innen sind, im Gegensatz zu "normalen Auszubildenden“ nicht berufsschulpflichtig. Die Bundesoffene Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker in Lübeck nimmt Umschüler/innen aber trotzdem auf, um auch ihnen die Möglichkeit zu geben, die erforderlichen Qualifikationen in der Fachtheorie zu erwerben. Die Aufnahme erfolgt gem. § 23 Abs. 6 und 7 Schulgesetz des Landes Schleswig-Holstein, in der Fassung vom 24.01.2007.

 Umschulungsvertrag

Beim Abschluss eines Umschulungsvertrages sollten folgende Regelungen beachtet werden:

1. Um eine geordnete Ausbildung im Rahmen von (verkürzten) Umschulungsmaßnahmen sicherzustellen, bietet die Landesberufsschule ein spezielles Kurssystem an, das auf den allgemein üblichen Prüfungstermin im Sommer eines jeden Jahres abgestimmt ist. D.h., das Ende einer Umschulung sollte stets so terminiert sein, dass die Maßnahme zum 31. Juli eines Jahres endet.

2. Voraussetzung für die Aufnahme von Umschülern/innen in die Landesberufsschule ist, daß sich der Träger der Umschulungsmaßnahme oder der Umschulungsbetrieb durch eine Kostenübernahmeerklärung bereit erklärt, den festgesetzten Beitrag zu entrichten. Die Höhe des Beitrages wird jährlich per Runderlaß für jedes Schuljahr im voraus neu festgesetzt und richtet sich nach den „laufenden Kosten“ (§ 48 SchulG SH) der Schule zuzügl. eines Personalkostenanteils. Die fälligen Beitragsanteile werden dem Träger der Umschulungsmaßnahme oder dem Umschulungsbetrieb halbjährlich in Rechnung gestellt.

3. Für eine evt. erfolgte Unterbringung und Verpflegung im Internat, das der Landesberufsschule angeschlossen ist, erhält der/die Umschüler/in unmittelbar nach Kursende eine gesonderte Rechnung vom Träger des Internates, der Akademie für Hörgeräte-Akustik. Inwieweit eine Erstattung/Bezuschussung durch den Kostenträger der Umschulungsmaß-nahme erfolgt, muß der/die Umschüler/in direkt mit dem Träger klären.

In die spezielle Umschülerklasse werden nur Schüler/innen aufgenommen, deren Umschulungsverhältnis gem. Berufsbildungsgesetz in das entsprechende Register bei der zuständigen Handwerkskammer eingetragen ist. Außerdem müssen Umschulungsbeginn und -ende so terminiert sein, dass eine geordnete Ausbildung (Abstimmung zwischen Ausbildungsinhalten im Betrieb und in der Berufsschule) sichergestellt ist. Ggf. ist dieses durch Vorlage des individuellen Ausbildungsplanes gem. §5 Ausbildungsordnung nachzuweisen.