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Berufsbild

Gutes Hören

ist die Grundlage der Kommunikation zwischen den Menschen.

Es ist unerlässliche Voraussetzung für das eigene Wohlbefinden und eine zufriedenes Leben. Hören als Grundlage der Kommunikation ist mehr als nur das Wahrnehmen von akustischen Ereignissen, denn wer Schallereignisse hört, ist nicht unbedingt in der Lage, diese auch sinnvoll und sachgerecht zu verarbeiten.

Deshalb gehört zum Hören auch das Verstehen.
 
Beides zusammen ist ein sehr komplexer, mehrdimensionaler Vorgang. Will man Menschen mit Hörproblemen wirkungsvoll helfen, muss man den Hörvorgang in allen seinen Einzelheiten verstehen.

Dazu sind vertiefte Kenntnisse unter anderem in Akustik, Medizin und Psychologie sowie in moderner elektronischer Sprachsignalverarbeitungtechnik Voraussetzung.


Hörgeräteakustiker haben durch ihre intensive und sehr praxisorientierte Ausbildung die besten Voraussetzungen, um Menschen mit Hörbeeinträchtigungen zu helfen und ge­meinsam mit ihnen den für sie optimalen Weg zu besse­rem Hören und zu mehr Lebensfreude zu finden.

Hörakustiker

...analysieren

  • Es wird eine Messung vorgenommenanalysieren die individuellen unterschiedlichen Hörsituationen
  • ermitteln den persönlichen Hörbedarf
  • überprüfen und testen das Hören und das Verstehen von Sprache
  • ermitteln die persönlichen Kenndaten des individuellen Hörbedarfs durch audiometrische Messungen und Testverfahren
  • interpretieren und bewerten audiometrische Messergebnisse und besprechen diese mit ihren Kunden



 Gegenstand der Ausbildung

Hinweis: Dieser Bereich wird demnächst auf der Basis der ab dem 01.08.2016 geltenden neuen Ausbildungsordnung und des neuen Rahmenlehrplanes überarbeitet.

Nur wenige Berufe umfassen so viele Kompetenzen und Tätigkeitsfelder wie der des Hörakustikers. Für die individuelle Anpassung der unterschiedlichen Hörsysteme benötigt er handwerkliches Können und technisches Know-how. Ebenso beinhaltet der Beruf medizinisches Fachwissen und fundierte kaufmännische Kenntnisse.

Unabdingbar ist außerdem eine hohe soziale und kommunikative Kompetenz im Umgang mit Menschen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Teamfähigkeit. Sie wird in der Ausbildung gefordert und gefördert und ist ebenfalls eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufstätigkeit.

Einen hohen Stellenwert haben das selbstständige Lernen, das Planen von Arbeitsabläufen, das verantwortungsbewusste Durchführen und das kritische Kontrollieren und Bewerten der einzelnen Arbeitsschritte im Rahmen einer Hörgeräteversorgung.

Auch die Nutzung moderner Medien für die lnformationsbeschaffung und für Präsentationen gehören zur Ausbildung des Hörgeräteakustikers.

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

  1. Berufsbildung
  2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
  3. Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz
  4. Arbeitssicherheit, Hygiene, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung
  5. Lesen und Anwenden von Fachunterlagen, Einsatz der EDV und Datenschutz
  6. Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten der Arbeitsergebnisse
  7. Verkaufen von Dienstleistungen, Waren und Produkten
  8. Ausführen von Geschäftsvorgängen
  9. Anatomie, Physiologie und Pathologie der Hör- und Sprechorgane
  10. Psychoakustik
  11. Akustik
  12. Beraten und Betreuen von Patienten
  13. Ermitteln und Beurteilen der akustischen Kenndaten des Gehörs
  14. Anfertigen von Abformungen des äußeren Ohres
  15. Herstellen und Bearbeiten von Otoplastiken
  16. Montieren und Modifizieren von Hörsystemen
  17. Messen der akustischen Kenndaten von Hörsystemen
  18. Auswählen und Anpassen von Hörsystemen und Zubehör
  19. Durchführen vergleichender Hörerfolgsmessungen
  20. Pädaudiologische Beratung
  21. Anleiten der Patienten bei der Benutzung von Hörsystemen und Zubehör
  22. Warten und Instandsetzen von Hörsystemen und Zubehör
  23. Nachsorge
  24. Vorbeugender Gehörschutz

 

 Berufsaussichten

Die Ausbildungsquote ist in der Hörgerätebranche sehr viel höher als in vielen anderen Berufsrichtungen. Die Verantworlichen der Branche haben erkannt, dass der Bedarf an qualifiziertem Personal nur durch eine hochwertige und umfassende Ausbildung abgedeckt werden kann.

Neue Technologien ermöglichen heute, Hörschäden zu versorgen, für die es vor ein paar Jahren noch keine akzeptable Versorgungslösung gab. Somit wird die Zahl der möglichen Versorgungen mit Hörsystemen immer größer. Außerdem gibt es immer mehr schwerhörige Menschen (z.B. durch Lärm und zu laute Musik).  

Auch die demografische Entwicklung zeigt, dass die Menschen immer älter werden und somit die Zahl der Menschen mit Altersschwerhörigkeit zunimmt. Man geht davon aus, dass rund 14 Millionen Menschen in Deutschland eine Hörminderung haben. In einer repräsentativen Studie wurde damals bei rund 11 Millionen der 15- bis 75-Jährigen eine Schwerhörigkeit festgestellt. Bei der Hochrechnung wurden die Menschen aus den neuen Bundesländern sowie die sich verschiebende Altersverteilung (es gibt immer mehr ältere Menschen) berücksichtigt. Bei Kindern gehen die Schätzungen und Hochrechnungen davon aus, dass es eine Gesamtzahl von weit über 500.000 Kindern mit behandlungsbedürftigen Hörstörungen gibt.

Hörsysteme gewinnen langsam, doch stetig steigend an Akzeptanz in der Bevölkerung, so dass auch aus dieser Sicht die Branchenentwicklung positiv zu sehen ist und die Berufsaussichten ausgesprochen gut sind.
 
Zur Zeit werden weit über 80% der Ausubildenden von ihren Ausbildungsbetrieben in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Bei entsprechendeder örtlicher Mobilität hat z. Zt. jede/r Absolventin der Ausbildung die Chance in Deutschland eine Anstellung zu bekommen. Aber auch im europäischen Ausland werden in Deutschland ausgebildetet Hörgeräteakustiker sehr gerne eingestellt.