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Hörbeeinträchtigte
Kann man mit einer Hörbeeinträchtigung Hörakustiker/in werden?

Ja, man kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hörbeeinträchtigung durch Hörsysteme und andere Maßnahmen soweit ausgeglichen ist, dass eine hinreichende Kommunikationsfähigkeit insbesondere im Gespräch mit Patienten und Kunden gegeben ist.   

Als Vorteil wird häufig gesehen, dass Hörbeeinträchtigte sich auf Grund ihrer eigenen Erfahrung sehr gut in die Situation der Patienten und Kunden hineinversetzen und sehr schnell ein Vertrauensverhältnis aufbauen können. Dieses sollte allerdings nicht überbewertet werden, da die Vielzahl unterschiedlicher Schwerhörigkeiten oftmals eine direkte Übertragung der Hörprobleme einer Person auf eine andere nicht erlaubt und es auch leicht zu Fehleinschätzungen kommen kann. Die eigene Betroffenheit kann manchmal auch die Objektivität und den Blick für das Wesentliche beeinflussen.

Beim Abschluss von Ausbildungsverträgen mit Hörbeeinträchtigten ist zu beachten, dass die Ausbilderin oder der Ausbilder eine weit über das übliche Maß hinausgehende Verantwortung für einen jungen Menschen übernimmt, der gerade in das Berufsleben eintritt. Denn wichtig ist, dass der Ausbildungsbetrieb sich nicht vom aktuellen IST-Zustand leiten läßt, sondern sich davon überzeugt, dass die Prognose für die Entwicklung der Hörbeeinträchtigung so ist, dass davon ausgegangen werden kann, dass der Beruf des Hörakustikers auch für einen langen, möglicherweise lebenslangen, Zeitraum vom Hörbeeinträchtigten ausgeübt werden kann.

Während der Ausbildung bedarf es im Ausbildungsbetrieb häufig besonderer Maßnahmen und Unterstützungen um sicher das Ausbildungsziel zu erreichen. Dieses betrifft z. B. die Fehlerdiagnose bei Hörsystemen und Zubehör, wenn die Fähigkeit zum „Abhören“ der Geräte zu stark eingeschränkt ist.

Auch in der Berufsschule und während der überbetrieblichen Ausbildung in Lübeck werden verschiedene unterstützende Maßnahmen für hörbeeinträchtige Schülerinnen und Schüler angeboten. Über Einzelheiten hierzu informiert ein spezieller Flyer.

Schülerinnen und Schüler mit Hörbeeinträchtigung

Im Berufsschulunterricht und in der überbetrieblichen Ausbildung auf dem Campus Hörakustik in Lübeck sind die Schülerinnen und Schüler mit Hörbeeinträchtigung in die normalen Klassen integriert, um ein gemeinsames Lernen und Leben auf dem Campus zu fördern.

Auch gibt es keine herabgesetzten fachlichen Anforderungen bei der Leistungsbewertung im Berufsschulunterrricht., da in der Regel in den meisten Prüfungsbereichen der Abschlussprüfung einheitliche Anforderungen an Normalhörende und Hörbeeinträchtigte gestellt werden. Ausnahmen: Fehlerdiagnose durch Abhören von Hörgeräten. In besonderen Fällen kann für die Abschlussprüfung ein Antrag auf „textoptimierte Prüfungsaufgaben“ gestellt werden.

Um dennoch hörbeeinträchtigten Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihr Ausbildungsziel sicher zu erreichen, werden folgende unter-stützenden Maßnahmen angeboten:


  • Infobroschüre
  • Individuelle Beratungsgespräche
  • Individuelle Sitzplatzwahl
  • Einsatz einer BAN / FM - Anlage
  • - als Schülereigentum (Regelfall)
  • - als Leihanlage der Schule
  • Technische Beratung BAN /  FM - Anlagen
  • Zusatzmikrofone für Mitschüler
  • Räume mit Soundfield (bei besonderem Bedarf)
  • Räume mit Ringschleifenanlage (bei besonderem Bedarf)


  Sicherheitseinrichtungen für Hörbeeinträchtigung

Sicherheitseinrichtungen für Hörbeeinträchtigung

Die Akademie und Landesberufsschule sind mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet. Hierzu gehört natürlich auch eine Brandmeldeanlage, die im Gefahrenfall vollautomatisch Feueralarm in den betroffenen Gebäuden auslöst.

Um sicher zu sein, dass auch Schüler/innen mit Hörbeeinträchtigung ggf. im Schlaf sicher alarmiert werden, wurden 10 Internatszimmer mit einer speziellen Meldetechnik ausgestattet. Um diese Technik zu nutzen, können die betroffenen Schüler/innen sich in eines dieser Zimmer einmieten (bitte bei der Zimmerreservierung angeben).

Bei der Anreise erhalten die Schüler/innen dann für die Zeit ihres Aufenthaltes in Lübeck einen Blitzlichtwecker und einen Vibrationsgeber, die durch einen speziellen Sender im Alarmfall per Funk aktiviert werden.
Hierfür ist eine Kaution von € 20,00 zu hinterlegen, die bei ordnungsgemäßer  Rückgabe der Geräte wieder ausgezahlt wird.



 Infos für Schülerinnen und Schüler mit Hörbeeinträchtigungen (Flyer)


Flyer Aussenseiten